Wie die Wasserratte schon 1908 zum Maulwurf sagte: "Glaub mir, mein junger Freund, es gibt nichts, absolut gar nichts auf der ganzen Welt, das auch nur halb so viel wert wäre, wie einfach mit Booten herumzubummeln … Ob du dich davonmachst oder ob du es bleiben lässt; ob du dein Ziel erreichst oder ob du ganz woanders ankommst oder niemals irgendwo, beschäftigt bist du immer und etwas Besonderes tust du nie."


Aus "Der Wind in den Weiden", von Kenneth Grahame.


As the Water Rat said to the Mole already in 1908, "Believe me, my young friend, there is nothing – absolutely nothing – half so much worth doing as simply messing about in boats …Whether you get away, or whether you don't; whether you arrive at your destination or whether you reach somewhere else, or whether you never get anywhere at all, you're always busy, and you never do anything in particular.


From "The Wind in the Willows," by Kenneth Grahame.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Seine Aval 5

Hinkend gen Rouen
Limping towards Rouen

Muids – Poses  Saint-Aubin-lès-Elbeuf; 35 km, 1 lock, 5 engine hours.

Mit unserem vom Grund der Seine lädierten Propeller kommen wir nur langsam voran. Zum Glück ist das Wetter unverändert mild. In den nächsten Wochen werden wir herausfinden, ob der Propeller repariert werden kann oder ersetzt werden muss, und ob durch unser 'Grounding' noch weitere Schäden entstanden sind.

Our prop got a nasty chewing from the sands of the Seine. But there's still enough left for us to motor, albeit slowly, towards Rouen. We will be following up on the repair story as it unfolds over the coming weeks.
Die Seine bei Muids.

Sweet dreams in sleepy Muids.
Die zwei Pfeiler zu beiden Seiten der Seine gehörten zu einem Eisenbahnviadukt, das im Zweiten Weltkrieg von den Alliierten gesprengt wurde. Angeblich soll dabei ein britisches Kampfflugzeug abgeschossen worden sein und noch immer auf dem Grund des Flusses liegen. Heute fällt es schwer, sich Solches an diesem friedlichen Ort vorzustellen.

These two old piers are all that's left after the Allies destroyed the bridge that once stood here. Our guide says there's a British fighter plane sitting at the bottom of the river. Hard to imagine such violence in such a placid place.
Die Brücke bei Andé.

The bridge at Andé.
Wir treffen nicht viele Schiffe, doch sind überproportional viele Schweizer Flusskreuzschiffe dabei.

Not many ships underway today, but this river cruiser bears a Swiss flag.
Unterwegs passieren wir immer wieder idyllische Dörfchen.

So many appealing towns along the way.
In den letzten Tagen sind wir an Kreideklippen vorbei gekommen, die der Gegend hier ihren speziellen Charakter verleihen.

No wonder the French are so deeply attached to their 35-hour work week. Life here is just too sweet to spend it tied to a desk or marooned in a factory.
Einfahrt in den Seitenarm von Poses, wo wir uns einen Anlegeplatz mit Strom und Wasser erhofft hatten. Strom gibt es zwar, aber nur im Sommer, wenn man im Tourist Office für zwei Euro einen Jeton kaufen kann, der dann eine Stunde lang den Bezug von Strom erlaubt.

We planned a stop in Poses, where, according to our map, moorings were available with electricity and water. Not so. There's only one spot with these services and it's closed for the season now.
Auf der Suche nach dem im nautischen Führer versprochenen Anlegeplatz fahren wir bis ganz ans Ende des Seitenarms. Er ist durch ein Wehr abgesperrt; auf dem Hauptarm geht es durch die Schleuse von Amfreville. Über das Wehr und die Schleuse führt eine 700 Meter lange Fussgängerbrücke. Es gibt auch eine Fischbeobachtungskammer in der man zuschauen kann, wie die Fische über eine eigens für sie angelegte Fischtreppe das Wehr überwinden. Bis dahin sind wir leider nicht gelangt; und haben damit ein Projekt für die Rückfahrt nächsten Frühling.

We had to plan this next section of the route with some care. The next lock, at Poses-Amfreville, opens to the tidal section of the Seine to Rouen and ultimately to le Havre and the sea. And our next harbor is only accessible at high tide.  
Schliesslich legen wir in Poses an einem Passantensteg mitten im Wald an. Idyllisch, aber ohne jegliche Infrastruktur.

So we pull into Poses at midday and we will stay here till 3pm or so the next day in order to time our entry into the harbor at Saint-Aubin-les-Elbeuf.
Poses ist eine alte Schifferstadt mit vielen schönen Häusern. In diese Schule gehen die Kinder sicher gerne.

More handsome houses. Here's the town hall and the school. The plantings were exquisite.
Blick auf den Côte-des Deux-Amants, den Hügel der zwei Liebenden. Der Legende nach soll der Herr dieser Gegend bereit gewesen sein, seiner verliebten Tochter die Hochzeit mit ihrem Auserwählten zu erlauben, obwohl der nur ein Stallknecht war. Der Papa machte allerdings zur Bedingung, dass der Bräutigam die junge Frau auf Händen einen Hügel hochtrage, ohne sie einmal abzusetzen. Das schaffte der Stallknecht zwar, aber auf dem Gipfel angekommen, fiel er vor Erschöpfung tot um. Danach verschied vor Gram auch die Tochter.

And stirring landscapes.
Amfreville-sous-les-Monts.

But soon enough it's time to go.
Einfahrt in die Schleuse von Amfreville. Diesmal teilen wir die Kammer mit dem Frachter Credo. Die Schleuse ist eine Gezeitenschleuse, und hat ein Gefälle von vier bis acht Meter.

For only the second time, we share a lock chamber with a big barge. So be it.
Wir fahren bei steigendem Wasser in die Schleuse ein und müssen mit einem hohen Gefälle rechnen. Ich hole deshalb unsere beiden 30 Meter langen Leinen hervor. Sie ohne Verknotungen zu plazieren ist nicht ganz einfach.

We have the long lines out. Tey're new and prone to tangling. Depending on the tide, the depth of this lock varies from 4 to 8 meters. Seriously deep. Aila's wearing her inflatable life jacket. If it hits the water it inflates in a second. 
Glücklich geschafft.

Here's the able ropeswoman doing her duck imitation: calm on the surface but going like hell underneath.
Die Schleusen auf der Seine sind für grosse Schiffe gedacht, die Möglichkeiten zum Anleinen für die Kleinen sind begrenzt. Die Rettungsleitern sind immer eine gute Wahl.

The top of the ladder turned out to be a good place to loop our lines. It was smooth and the lines never tangled. And down, down, down we went, we guess about 7 meters.
Turbulenzen von achtern ...

The view behind us. That bluish tube on the left is a radar reflector, common on pleasure boats, especially in Belgium. We added it, thankful for anything that helps the barges see us.
... und von vorn. Die Credo leint nicht an, sondern hält sich mit ihrem Motor in Stellung.

Interestingly, the Credo never tied up at all in the lock, using its engine and thrusters to hold its position. We were glad to have our lines.
Unterhalb von Amfreville beginnt die Seine Maritime, der von den Gezeiten beeinflusste Flussabschnitt. Die Fliessrichtung ändert sich hier viermal täglich. Bei Flut kann der Fluss nicht mehr ins Meer abfliessen, so dass das Flusswasser drei bis vier Stunden lang zurück fliesst und der Pegel steigt. Bei Ebbe strömt der Fluss dann wieder ab und der Wasserstand fällt.

Then we were back on the river, this time with tidal banks, not walls. The Maritime Seine.
Beim Zusammenfluss der Eure mit der Seine liegt die befestigte mittelalterliche Stadt Pont-de-l'Arche.

The spillway where the River Eure joins the Seine.
Ein weiterer Schweizer Flusskreuzer, Gopf.

Another Swiss hotel ship underway, fedeli namal!
Industrie gibt es an diesem Abschnitt der Seine nur wenig, und sogar die ist pittoresk!
Einfahrt in den Hafen Saint-Aubin-lès-Elbeuf. Wir mussten unsere Ankunft hier sorgfältig planen, denn der Hafen ist nur bei Hochwasser zugänglich.

Out timing was good: we slid into the harbor at Saint-Aubin with enough water underneath us.
In Saint-Aubin-lès-Elbeuf werden wir ein paar Tage bleiben, bevor wir in unseren Winterhafen in Rouen weiter fahren.

We will spend a few nights here as I have some editin' work on my screen. And then it's on to Rouen, in one step or two.


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