Wie die Wasserratte schon 1908 zum Maulwurf sagte: "Glaub mir, mein junger Freund, es gibt nichts, absolut gar nichts auf der ganzen Welt, das auch nur halb so viel wert wäre, wie einfach mit Booten herumzubummeln … Ob du dich davonmachst oder ob du es bleiben lässt; ob du dein Ziel erreichst oder ob du ganz woanders ankommst oder niemals irgendwo, beschäftigt bist du immer und etwas Besonderes tust du nie."


Aus "Der Wind in den Weiden", von Kenneth Grahame.


As the Water Rat said to the Mole already in 1908, "Believe me, my young friend, there is nothing – absolutely nothing – half so much worth doing as simply messing about in boats …Whether you get away, or whether you don't; whether you arrive at your destination or whether you reach somewhere else, or whether you never get anywhere at all, you're always busy, and you never do anything in particular."


From "The Wind in the Willows," by Kenneth Grahame.


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Donnerstag, 26. Juli 2018

Canal de Roanne à Digoin

Roanne – Digoin; 3 days, 58 km, 11 locks, 12 engine hours.
Auf der Rückfahrt von Roanne nach Digoin zeigt sich wieder einmal, dass man auf der Reise in umgekehrter Richtung Dinge zu sehen bekommt, die man auf der Hinfahrt schlicht übersehen hat. Diesen riesigen Turm unweit von Roanne zum Beispiel, hatten weder Roy noch ich auf der Hinfahrt bemerkt.

It's always interesting to take a route in both directions. Much is familiar but you always see things you completely missed going from A to B. For example, as we retraced our steps from Roanne to Digoin we saw this huge tower with its inner spiral staircase for the first time.
Dieser Schleusenwärter mit Talent zur Unterhaltung benutzt uns als Anschauungsobjekt für sein Publikum.

This lockkeeper gave an impromptu lecture to a group of interested tourists.
Für die erste Übernachtung machen wir wieder in Briennon Halt. Spät am Abend gibt es ein Gewitter, bei dem unser schöner Fahnenmast, hier noch im Bild, vom Wind hinweggefegt wird.

We stopped, again, in Briennon. The combination of a boat ramp for Neira and attractive restaurants for us makes it a natural choice. A big storm blew up in the night and the wind sent our flag mast --- a fiberglass fishing pole --- into the water. Pity, but just a trifle in view of what came later...
Ja, er ist wirklich weg ...

Yup, gone is gone.







Gegen Mittag des zweiten Tages bemerken wir plötzlich eine seltsame Vibration des Propellers. Das Problem kann durch das Entfernen von einem gefühlten Kilo Wassergras behoben werden.

The locks close for lunch for an hour at 12. Since we'd been shunted behind our old nemesis, the restaurant barge L'Infatigable in the locks since we left Briennon, we decided to pull over at an unserviced mooring. We were hearing and feeling some strange vibrations from the propeller anyway so I went out on the swim platform to check things out. Boat yoga. Indeed, a clump of long grass had attached itself to the stern drive, with strands getting caught in the prop. An easy fix and off we went.




Etwas später kommen wir zu einer Schleuse, die wir eigentlich um Ein Uhr, nach dem Ende der Mittagspause, hätten passieren sollen. Wir müssen aber warten, um dem Restaurantschiff L'Infatigable mit seinen fünf Passagieren den Vortritt zu geben. Als die Reihe dann an uns ist, lässt sich die eine Schleusentür nicht mehr vollständig öffnen. Der Schleusenwärter, eine Sommeraushilfe, weiss sich nicht recht zu helfen. Wir fahren schliesslich in die nicht ganz offene Schleuse ein. Später, in der nächsten Schleuse, müssen wir lange warten, weil die Schleusenwärterin abgerufen wird, um das Problem mit dieser Schleusentür zu lösen ... weil die Infatigable die nicht ganz geöffnete Schleuse nicht mehr verlassen kann.

Later on, we came to a lock where the right-hand door wouldn't open completely. We slid in but later we would be stuck waiting in another lock while our lockkeeper raced to this lock to help her colleague clear the door for ... the l'Infatigable. That ship kept messing with us even when it wasn't there! 
Hier gerät unser Schleusennachbar in Schwierigkeiten, weil sein Boot unter eine undichte Stelle an der Mauer zu liegen kommt. Die Wasserfontäne zielt genau in die Kabine; der Kapitän versucht ihr zu entkommen, indem er sich mit dem Bootshaken von der Mauer abstösst. Der Schleusenwärter guckt dem Drama ungerührt zu, anstatt das Boot zu einem anderen Poller zu ziehen.

This was a very loved little boat that got into a bit of an awkward situation in this lock. It tied to a bollard and all seemed well until the wall of the chamber started to spout a couple of focused streams of water into his cabin. He poled off the wall but couldn't really escape getting soaked.
Dann beginnt es zu regnen.

Then it started to rain.
Immer noch im Regen, fahren wir in die letzte Schleuse des Tages ein. Der Kanal, auf dem wir in Kürze weiter fahren werden, liegt gute sieben Meter weiter unten.

We entered the last lock of the day, a deep one, with a 7.2 meter drop. And here we encountered a classic canal boating nightmare: our line got jammed as we were downlocking and the boat threatened to hang in the air.
In dieser Schleuse erleben wir den Alptraum jedes Kanalbootfahrers: das Seil klemmt sich in einem Spalt am oberen Rand der Schleusenmauer fest, Plan B bleibt an der Schleusenmauer hängen. Es dauert einen Moment bis mir klar wird, was sich gerade ereignet. Zuerst fürchte ich, weil wir sehr weit vorne in der Schleuse sind, dass Plan B auf dem Drempel aufgesetzt hat (der Schwelle vor dem Schleusentor). Erst als ich versuchsweise an dem Seil ziehe und es sich nicht mehr bewegt, wird mir klar, dass wir hängen. Das Knirschen von Gummi und Polyester auf Stein werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Hier mein geschocktes Ich danach.

We started to descend and all of a sudden Aila cried out to the lockkeeper, "Stop! We're stuck! We're hanging up!" Of course, there was nothing the lockkeeper could do. The line, a thin one especially for deep locks, had snagged in a groove between two masonry blocks on the wall of the chamber. For some ungodly reason, the bollards in many locks are placed just so --- so that the line feeds right into a narrow groove like this and quickly gets caught. We've noted this unwelcome feature a number of times before but this time it bit us.
I was out of play, unable to help, sitting at the helm on the flybridge. The water level in the chamber descended; Plan B did not. Shock gave way to action. Aila whipped her knife from her waistband and with one stroke sliced through the hyper-taut rope, releasing the boat and letting it settle into the water. 
Wenn wir fahren, tragen wir immer ein Messer am Gürtel. Nicht, dass wir wirklich geglaubt hätten, es jemals gebrauchen zu müssen ... Als ich das Seil durchschneide, explodierte es förmlich; Plan B fällt wohl etwa 20 Zentimeter, bis wir wieder im Wasser sitzen.

Our knives are designed for emergency line cutting. They have blades with smooth and toothed edges and they do the job well. Aila excelled considering this was the first time we'd experienced this particular boating nightmare. It had me recalling the deep wisdom of UCLA basketball savant John Wooden: when crazy stuff is going on around you and you have to react, "be quick...but don't hurry." 
Zur Veranschaulichung, hier ein paar Bilder aus einer anderen Schleuse. Die Seile fressen sich im Lauf der Zeit richtiggehend in die Mauern ein. Wie man sieht, werden die Spalten immer mal wieder zuzementiert. Solange man weit genug oben in der Schleuse ist, kann man den Lauf des Seils noch selbst bestimmen.

Just to round out this story, here are a couple of pictures to explain the stiuation we encountered. Over the years, the lines of descending boats widened the gap between these two stone blocks, Here, the resultant groove has been filled with mortar to prevent what happened to us.
Je tiefer nach unten das Boot gleitet, desto mehr verläuft das Seil auf seiner vorgegebenen Bahn. Wäre sie nicht geschlossen, könnte ich das Seil hier bereits nicht mehr aus der Spalte befreien.

When you're high in the lock, it's easy to see what the rope is doing but as you descend and the rope wanders into the groove, there's not too much you can do. Again, the gap between these blocks has been filled so there's no danger of snagging. But many locks have not be so protected.
Um ebendies zu verhindern, verläuft in vielen Schleusen am oberen Rand der Schleusenmauer eine Metalleiste. In unserer Unglücksschleuse war das leider nicht der Fall. Von nun an werde ich besser darauf achten, wo wir festmachen. Verhindern lassen sich diese Situationen aber nicht, fast alle Böötler, mit denen wir sprechen, haben sie in der einen oder anderen Form schon mal erlebt.

We've also seen many locks where a steel profile has been retrofitted to prevent the dreaded rope seizures.
Am nächsten Tag kommen wir ans Ende des Kanals von Roanne nach Digoin.

The next day, we reached the end of the canal from Roanne to Digoing.

Einmal mehr über den Pont Canal de Digoin ...

One more time over the Pont Canal ...
... und wieder in den Hafen, wo wir einen schattigen Platz finden in diesem heissen Sommer.

... to the Digoin harbor, where we found a nice shady spot in this furiously hot summer.

Freitag, 24. März 2017

dAISy am Werk
AIS onboard!


Arno, immer hilfreich, hat in seinem Vorrat einen Adapter für dAISy gefunden und wir können berichten, dass sie funktioniert. Plan B ist der weisse Pfeil, immer noch gut aufgehoben im Hafen. Alle anderen Dreiecke sind Schiffe. Man kann darauf klicken und bekommt dann Informationen dazu: auf dem Schelde-Rijnkanaal fährt gerade die Typhoon mit undefinierter Fracht und etwas über 15 km/h bergauf. Ausserdem kann man sehen, dass die Vier Gebroeders mit 12 km/h talabwärts  fährt; sie traf zehn Minuten später in ihrem Liegeplatz bei uns im Hafen ein... :-)

Arno, a font of helpfulness, scrounged up an adapter for the antenna so we hooked up dAISy to our navigation notebook and presto we had data! Plan B is the white triangle upper middle and all the other triangles are ships or barges. We can click on one, as we did here on the Typhoon, and get all the info we need. We need to see how this all works out when we're sailing but the set-up seems to work. 

dAISy

Darf ich vorstellen: dAISy, den süssen kleinen AIS-Empfänger. dAISy ist ein nicht ganz zigarettenschachtelgrosses Kästchen, das wir mittels UBS an einen Computer anschliessen, und das dann auf dem Bildschirm alle AIS-sendenden Boote in unserer Nähe anzeigt.

AIS = automatic identification system. It's a radio signal that includes lots of handy info about nearby ships: their name, size, course, vhf channel, breakfast options, etc. One of our navigation softwares, PC-Navigo, displays AIS data. Very cool in busy commercial waters. For us, it's enough to recieve, to see who's out there. We don't need to transmit, small as we are. I hunted and gathered this dAISy receiver, made in Seattle. Cute, isn't it?
AIS ist ein 'Automatisches Identifikations-System', ein Funksystem, das Navigations- und Schiffsdaten von allen Schiffen anzeigt, die mit einem AIS-Sender ausgerüstet sind. Und das sind viele, denn AIS ist Pflicht für alle Schiffe, die länger sind als 20 Meter. Als kleines Bötchen kann man AIS auch nur empfangen, ohne selber ein Signal zu senden. Dafür haben wir uns entschieden, denn wir wollen ja in erster Linie sehen, was da so unseres Weges kommt. Im folgenden Film erklärt Roy, weshalb er sich für den Sender dAISy (made in Seattle USA) entschieden hat.

Discalimer: The following warm air reflects the state of my current undertstanding, subject to change.



Und last but not least: Plan B ist zwar mit einer UKW-Antenne und einem dazu passenden UKW-Kabel ausgerüstet, hier links im Bild bei der ersten Begegnung mit dAISy. Nur stammt Plan B und ihre elektronische Ausrüstung aus dem 20. Jahrhundert, und passt daher nicht so ohne Weiteres zur Technologie des 21. Wir berichten weiter.

We're now hunting down an adapter for the antenna cable. More on dAISy soon!

Dienstag, 27. Mai 2014

Sicherheitsshopping
Shopping for safety


Ein Grund für uns, nach Gorinchem zu kommen, war die angebliche Existenz eines Bootszubehörladens im Ort. Leider ist dieser aber vor gut einem Jahr geschlossen worden. Wir haben deshalb ein paar dringend benötigte Artikel online bestellt; heute ist das Paket angekommen.

One of the reasons we came Gorkum was the misinformation that it had a chandler, a shop for boating supplies. Alas, it closed last year and we needed a few basics so we ordered online and waited, most comfortably, for the stuff to arrive.


In dem grossen, flachen Paket befindet sich ein Rettungsring. ALLE anderen Boote haben einen, also brauchen wir ihn wohl auch!

First, a life preserver. Obvs, a must-have that we now have.


Weil die Reling auf der Plan B durch das Zelt von innen nicht überall erreichbar ist, befindet sich unser Rettungsring auf der Brücke. Hier ist er sowohl vom Cockpit als auch vom Achterdeck aus schnell zu greifen.

Here it is in place, on the bridge, secured by a couple of velcro tabs. It’s easily reached from the deck and ready for tossing.


Für Pippo ist eine Mini-Rettungsweste angekommen. Es ist dieselbe, die auch Neira hat, bloss viel, viel kleiner.

Pippo needed a life jacket too (Neira has one).


Auch Roy und ich haben Schwimmwesten bekommen; sie sind etwas bequemer zu tragen als die üblichen orangen Rettungswesten.

We humans also got new vests, shorter than the usual sleeveless orange jackets. These are easier to move in and we might actually wear them. Good to have.

Dienstag, 15. Oktober 2013

Trockenübung
Safety drill


In den letzten Tagen war das Wetter zu stürmisch, um auszufahren. Dafür probieren wir heute unsere Schwimmwesten aus. Jedes Crewmitglied muss ran.

Too rainy to sail but a good moment to try on our life vests. Neira, as ever when asked to do something undoglike, was patient but unamused.


Kleidsam sind die Dinger ja nicht gerade.

Aila's fashionable high-and-tight look.


Sogar wir Landratten schaffen es, die Westen richtig anzulegen.


Roy übt für den Ernstfall.

Roy at the ready.




Die Crew in Bereitschaft.

The crew on view.