Wie die Wasserratte schon 1908 zum Maulwurf sagte: "Glaub mir, mein junger Freund, es gibt nichts, absolut gar nichts auf der ganzen Welt, das auch nur halb so viel wert wäre, wie einfach mit Booten herumzubummeln … Ob du dich davonmachst oder ob du es bleiben lässt; ob du dein Ziel erreichst oder ob du ganz woanders ankommst oder niemals irgendwo, beschäftigt bist du immer und etwas Besonderes tust du nie."
Aus "Der Wind in den Weiden", von Kenneth Grahame.
As the Water Rat said to the Mole already in 1908, "Believe me, my young friend, there is nothing – absolutely nothing – half so much worth doing as simply messing about in boats …Whether you get away, or whether you don't; whether you arrive at your destination or whether you reach somewhere else, or whether you never get anywhere at all, you're always busy, and you never do anything in particular."
From "The Wind in the Willows," by Kenneth Grahame.
Samstag, 26. Mai 2018
Seine Amont 2
46 Kilometer legen wir auf dieser Etappe zurück, mehr als geplant. Eigentlich wollen wir von Draveil lediglich nach Melun fahren. Weil es uns dort aber nicht gefällt, machen wir uns nach einer Pipipause für Neira wieder auf den Weg, und landen schliesslich in Chartrettes.
After leaving Draveil, the idea was to spend a night in Melun but we didn't like the mooring --- passing barges sent us bobbling like a cork in a washing machine, and some of the guys on the quay looked a bit funny too. So after a quick powder-room visit for Neira we moved on.
Nach dem langen Pfingstwochenende hat's viel Verkehr auf der Seine.
After the long weekend, Pentecost, there's much traffic on the Seine.
Wir teilen uns die Schleuse mit einigen Frachtern. Einer von ihnen ist der Schubverband Poseidon-Trident.
We went through a lock with a few freighters, including Poseidon and Trident.
Die Antike lebt!
Antiquity lives!
In den Schleusen ist es immer dasselbe: ich schufte ...
Another lock, another workout for Aila...
... während Roy und Neira knuddeln.
... while Neira and I cuddle.
Sub-Kultur.
Subculture....
In Corbeil sind die Mühlen aus dem 19. Jahrhundert immer noch in Betrieb.
The big 19th century mills in Corbeil are still active.
In der Schleuse Le Coudray stösst eine kleine Yacht zu unserem Konvoi. Sie fährt vor uns in die Schleuse, und weil es danach für uns nicht mehr genug Platz gibt, um an der Mauer festzumachen, legen wir uns an ihre Seite. Es ist ja sehr gemütlich, wenn man in der Schleuse an der Seite eines anderen Schiffes liegt. Die anderen müssen arbeiten, also die Seile dem steigenden oder fallenden Wasserstand anpassen, während man selber Pause hat.
In the lock Le Coudray, we tied up to another cruiser, a French-owned Dutch boat. The people on it seemed a bit overly cautious, in my view. They could have moved closer to barge and created space for us to tie up on the wall; instead, we had to tie up to them, a common enough practice, with the advantage that the boat on the wall has to manage the rising or falling tie-up points while we just float up or down next to them without having to change our tie-up. That's the theory, anyway. Practice proved a bit more complicated this time.
Die Yacht hat einen Yorkie an Bord!
Meanwhile, our sympathies for the couple on the cruiser spiked when we saw they had a sweet, shy Yorkie onboard.
Wir sind zu Berg unterwegs, also gegen die Strömung. In den Schleusen steigen wir auf: wir fahren bei niedrigem Wasserstand in die Kammer ein, und wenn alle Boote drin sind und die Tore dicht, fängt das Wasser an zu steigen. Dabei hat man das Problem, dass man das Seil fortwährend weiter oben wieder festmachen muss, um nicht von der Mauer abzudriften. Gar nicht so einfach in den Seineschleusen, denn die sind für die Grossen gemacht; an uns Kleine hat niemand gedacht. Es gibt nur wenige Poller in der Schleusenmauer, und sie liegen weit auseinander. Wenn das Wasser also zu steigen beginnt, kommt irgendwann der Punkt, an dem der Poller, an dem man hängt, unter Wasser steht. Hat man sein Seil nicht richtig festgemacht, flutscht es spätestens dann über den Poller. Der nächste Poller (falls es denn überhaupt noch einen zweiten gibt) ist aber immer noch so weit weg, dass man ihn nicht erreichen kann. Mit dem Resultat, dass man nun durch die ganze Schleuse gewirbelt wird, denn die Turbulenzen, die das in die Kammer einströmende Wasser verursacht, sind ziemlich heftig. Genau das widerfährt unserem Schleusennachbarn; plötzlich driften wir im Doppelpack frei in der Schleuse herum. Wir werfen schnell unsere Leinen los und machen an dem nun frei gewordenen Platz an der Mauer wieder fest. Unser ehemaliger Nachbar treibt noch eine Weile herum und rettet sich dann an die Seite eines Frachter. Gefährlich ist das Ganze nicht, verletzt werden kann höchstens der Stolz.
Back to our story, visualize, if you will, that as the water level rises in the chamber you have to re-tie to another, higher, cleat in the wall. It takes a little dexterity, sometimes more than a little, but it's pretty routine here in France. We were blithely tied to the cruiser, expecting them, as French boaters, to have this procedure under control. I went to the head and when I reappeared I saw that our little twosome had detached from the wall and were floating steadily toward the barge on our right. The French couple had lost their tether to the left-hand wall. Ooops. Not a crisis. I backed away from the barge and the cruiser, pulled in behind the latter and we then managed our own ascent in the lock. But it was just another example of how quickly even routine operations can go south on a boat.
Unmittelbar nach der Écluse La Cave liegt der kleine Hafen von Chartrettes, wo wir für die Nacht festmachen.
Right after another lock, we pulled into the little volunteer-run harbor of Chartrettes and tied up for the night.
Nach der langen Fahrt steht Neiras obligatorisches Bauchbad ganz oben auf der Prioritätenliste.
It had been a long day. 46 km and six engine hours. We know our priorities and Neira's obligatory dip in the Seine is high on the list.
Unterwegs trifft sie einige lokale Artgenossen.
She soon made friends with the locals.
Derart erfrischt, ist sie bereit für ein Nickerchen.
Refreshed, she was ready for her nap.
Plan B im Club Nautique de Chartrettes. Das ist ein so hübsches Plätzchen, dass wir gleich zwei Nächte da bleiben. Man liegt direkt an der Seine, es gibt immer etwas zu sehen. Dank den Schwimmstegen halten sich die Turbulenzen der durchfahrenden Frachter in Grenzen.
The little harbor was just what we needed after a long hot day. We liked it so much, we decided to tack on another day, just to rest.
Wir Mädels planen die nächste Etappe.
Neira and Aila enjoy doing a little route-planning together.
Montag, 14. Mai 2018
Die Antike Lebt – G wie Gaia
Antiquity lives – G like Gaia
Die Vorstellung einer Muttergottheit war über sehr lange Zeit über alle Kontinente verbreitet. Sie brachte nicht nur alles Lebende hervor, sondern war auch die Todesgöttin, die nach dem Tod den Menschen wieder in ihren Schoss aufnahm. Gaia steht für ein sich selbst regulierendes System, in dem sich Zerstörung und Erneuerung gegenseitig bedingen. Ein grosser Name für ein grosses Boot!
Big name for a big boat --- the ancient Greeks' primordial mother of all life. She bore the Titans, themselves the parents of the Olympian gods. Big enough? I first "met" Gaia in the Maximus poems of Charles Olson, literal and figurative giant of 20th American poetry, rector of Black Mountain College (where he succeeded Josef Albers), omnivorous polymath and, during the war years, Office of War Information advocate for "a benign, humane America." How his big voice would thunder were he alive today!
Montag, 2. April 2018
Die Antike Lebt – H wie Hathor
Freitag, 9. März 2018
Die Antike Lebt – A wie Apis
Nachdem der alte Apis gestorben war – starb er nicht innerhalb von 25 Jahren eines natürlichen Todes, dann wurde er im Nil ertränkt – balsamierte man ihn ein und bestattete ihn aufwändig. Bei Ausgrabungen im Serapeum von Sakkara, der Friedhof der Apisstiere, fand man die Gräber von mehr als sechzig Stieren; die ältesten stammten aus der Zeit um 1350 v. Chr., die letzten aus der Zeit der Römer.
Donnerstag, 25. Januar 2018
Mittwoch, 17. Januar 2018
Die Antike Lebt – A wie Amazone
Vermutlich geht der Amazonenmythos auf mutterrechtlich organisierte und von Frauen regierte Völker zurück, denen die Griechen um das Jahr 1000 v. Chr. begegneten. Sie dürften im Kaukasus und in den eurasischen Steppen gelebt haben, denn dort wurden zahlreiche Gräber von Kriegerinnen gefunden.
Wie von kriegsführenden Frauen nicht anders zu erwarten, beschrieben die griechischen Sagen die Amazonen als brutal, aggressiv und kriegslüstern. Sie sollen dennoch einige noble Individuen hervorgebracht haben, zum Beispiel Penthesilea, von der Homer berichtet, dass sie mit ihren Kriegerinnen den schwer bedrängten Trojanern zu Hilfe kam. Derweilen besass Penthesileas Schwester Hippolyta einen magischen Gürtel, den der Held Herakles zu stehlen suchte. Dabei tötete er Hippolyta; ihre Amazonenkriegerinnen aber waren von dem Helden dermassen angetan, dass sie ihm Hippolytas Gürtel gleich schenkten.
Freitag, 17. November 2017
Die Antike Lebt – P wie Pegasus
Pegasus war ein Helfer der Götter. In ihrem Auftrag trug er den Helden Bellerophon, einen weiteren Frauenschlächter, in seinem Kampf gegen die Chimära und die Amazonen. Als Bellerophon aber auf Pegasus zum Berg Olymp fliegen wollte, der Heimstätte der Götter, warf ihn das geflügelte Pferd ab.
Göttervater Zeus verwandelte Pegasus in ein Sternbild und versetzte ihn an den Himmel, was als Auszeichnung zu verstehen ist.
Donnerstag, 13. Juli 2017
Die Antike Lebt – C wie Cerberus
Dienstag, 18. Oktober 2016
Die Antike lebt – C wie Castor
Die Geschichte hätte auch ganz anders ausgehen können, denn Castor und Pollux kommen aus schwierigen Familienverhältnissen. Castor, griechisch Kastor, ist sowohl der Zwillings- als auch der Halbbruder des Pollux. Zudem hat er noch zwei Zwillingsschwestern, nämlich Helena und Klytaimnestra, die ebenfalls Zwillinge und Halbschwestern sind.
Die Mutter der vier Kinder ist Leda, in die sich der Göttervater verguckt, und die er daher in Gestalt eines Schwans heimsucht. (Was zeigt: Männer von der Sorte gab es immer schon, nicht erst seit Donald Trump). Zeus schwängert Leda und zeugt dabei Pollux und Helena (die später Troja zu Fall bringen wird). Kurz darauf wird Leda auch von ihrem legitimen Gatten Tyndareus beglückt, der dabei ebenfalls zwei Kinder zeugt, nämlich Kastor und Klytaimnestra.
Die vier Kinder stecken – da Zeus bei der Zeugung ja ein Schwan war – in zwei Eiern, die Jungs in einem, die Mädchen im andern. Und obwohl sie Vierlinge sind, hat die unterschiedliche Vaterschaft Konsequenzen: Pollux und Helena sind unsterblich; Kastor und Klytaimnestra dagegen sind es nicht.
Montag, 19. September 2016
LieblingsBoote
Boats we like
Long, low and plenty of space outdoors and in. I like it.
Ein filmreifer Dreimaster auf dem Weg an die Historischen Tage 2016 in Den Helder.
A vision.
Kein Name, kein Label, keine Grössenangabe: dieser Trawler mit Holzrumpf verbrachte einige Wochen zur Renovation im Hafen Duivendijk. Schön sind sie, diese Freizeittawler, und geräumig. Doch wissend, welchen Pflegeaufwand schon ein modernes Plastikboot verursacht, würde ich rund 15 Meter Holzboot niemandem empfehlen.
This wooden trawler spent a month here getting cleaned up. Trawlers are just such inviting boats.

Noch einmal ein Trawler, und dann erst noch mit Namen Thetis. Dies ist wohl ein moderner Nachbau, vermutlich chinesischen Ursprungs. 42 Fuss bzw. fast 13 Meter lang und aus Stahl, doch immer noch mit genug Holzwerk um den Tag damit zu verbringen.
Thetis pulled in for some work the other day. Another trawler, 42 feet or 12.8 meters long. Its chinoiserie details suggest it's a Cheoy Lee, a Hong Kong builder. A lot of nice woodwork on it but a lot of that woodwork needs more work....
Ein Euroship Luxe Motor 1700 CL, der moderne Nachbau eines historischen Bootstyps; Nostalgiefeeling ohne die Nachteile eines Oldtimers.
This is one very nice way to go on the water: a modern craft based on the 100-year-old Luxe Motor barges. Built by Euroship as a live-aboard, it makes a very compelling case.
Another cruiser bruiser. Call me macho but I like rugged boats and this one looks ready for the Baltic and the North Sea. Probably low enough to get under many small bridges, partly covered gunnels (for those stormy days up north), no tent but decent covered outdoor seating ('cause that's where you sit when your not sailing) and a very business-like steering cabin up front. Yes, I'll have one of those, please.
Ein ähnliches Modell wie die Hercules, aber ein paar Nummern grösser.
Same layout as the Hercules but more cashmere sweater than anorak. Still, a beauty by any measure.
Sweet day-tripper. Pass me the pimentos, Aila!
Die Viator (Lateinisch für 'Wanderer') ist etwa so gross wie eine durchschnittliche Zürcher 3-Zimmer-Wohnung. Was fehlt, ist der Aussensitzplatz.
Viator, from London, looks the business. I do like a boat with a commanding steering cabin. It has a lot going for it but, in fact, not much outdoor living space, alas. Still, I like it a lot.
Go, indeed. A good idea, well-executed. Lots of space, low, simple. An old French vacation rental? In any case, a nice proposition.
Zum Schluss noch einmal eine hölzerne Schönheit, die Ida, ein originales schwedisches Fischerboot.
Ida is a Swedish living antique, an old fishing boat, I think. I chatted briefly with the couple and had that feeling you sometimes get that boats and owners are one.










