Wie die Wasserratte schon 1908 zum Maulwurf sagte: "Glaub mir, mein junger Freund, es gibt nichts, absolut gar nichts auf der ganzen Welt, das auch nur halb so viel wert wäre, wie einfach mit Booten herumzubummeln … Ob du dich davonmachst oder ob du es bleiben lässt; ob du dein Ziel erreichst oder ob du ganz woanders ankommst oder niemals irgendwo, beschäftigt bist du immer und etwas Besonderes tust du nie."


Aus "Der Wind in den Weiden", von Kenneth Grahame.


As the Water Rat said to the Mole already in 1908, "Believe me, my young friend, there is nothing – absolutely nothing – half so much worth doing as simply messing about in boats …Whether you get away, or whether you don't; whether you arrive at your destination or whether you reach somewhere else, or whether you never get anywhere at all, you're always busy, and you never do anything in particular."


From "The Wind in the Willows," by Kenneth Grahame.


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Donnerstag, 17. Oktober 2019

Leben wie Gott in Belgien
Wallonie: comme la France!

Als wir in Liège ankamen, kannten wir von der Stadt nichts weiter als den Café liégois, eine Art Eiskaffee mit Schokoladenglacé. Es stellte sich dann aber schnell heraus, dass Liège kulinarisch einiges mehr zu bieten hat. Tatsächlich sind wir mitten in einem belgischen Stück Frankreich gelandet. In der rue des Guillemins, ein paar Gehminuten vom Hafen entfernt, liegt ein Schlemmerparadies neben dem nächsten.

We didn't know anything about Wallonia's culinary leanings but now, after a couple of weeks, we can report that the region doesn't just share its language with France; it also favors the refinement and downright deliciousness of its food with La Grande Nation. Below, some seductive specialty shops but there is also a new and very inviting big supermarket nearby. Touché, Liège! 
Les tartes de Françoise, süss und salzig und, weil auch wir nur eine bestimmte Menge auf's Mal essen können, bisher ungetestet. Was allerdings nur eine Frage der Zeit ist: Françoise, wir kommen bald!

Rue des Guillemins lies five minutes from the harbor and its shops ring all the bells. Above, the treats at Tartes de Françoise, savory and sweet. We've admired but not yet sampled them. We will, soon.
Es gibt an der rue des Guillemins drei Bäckerein. Eine davon ist die Pâtisserie Eggenols, wo es nicht nur die verführerischsten Süssigkeiten gibt (Beispiele siehe unten), sondern auch sehr gutes Brot sowie das beste Baguette der Gegend.

There are three bakeries on or near Guillemins. This is Eggenols and its heaven for pastries. (They also make a few very good breads and the best baguette we've encountered so far.) Below, two mm-mm-good deserts. Simple, not too sweet, no chemical aftertaste. Just right for afternoon coffee.

Weil die rue des Guillemins zum Bahnhof führt, haben sich hier auch einige hochkarätige Take Aways angesiedelt. Wir arbeiten uns langsam aber sicher durch das Angebot.

There are also several delicatessens with very appealing prepared dishes. We're slowly working our way through the list. 
Chez Juliette! Sowohl die Lasagne als auch die Parmentière au Potimarron sind ein Traum.

Aila stumbled into this little shop, with a very limited offering --- this time a bolognese and a pumpkin lasagne. She saw, we ate, and we were conquered.
An der Rue des Guillemins gibt es natürlich auch einen Gemüsehändler, ...

An excellent fruit and vegetable shop, of course.
.... einen Fischhändler, ....

And a fish monger.
.... einen Käse- und Milchladen, ....

Oh yeah, a cheese and milk shop, too.
.... und einen Metzger.

And a butcher.
Und wenn uns das nicht reicht, gehen wir am Sonntag zum Marché de la Batte, einem riesigen Wochenmarkt, wo sich Stände mit Lebensmitteln, Nicht-Lebensmitteln und lebenden Tieren aneinander reihen.

On Sundays, the giant market called La Batte runs for two kilometers along the Meuse. It's a mix of food and nonfood.

Dort gibt's einen Stand speziell für Neira.

Including treats for Neira.
Und noch mehr Süssigkeiten ...

And some very attractive Moroccan pastries.
In flagranti ertappt!

Aila, caught in the act!

Dienstag, 17. September 2019

Liège 1

Wir werden mehr von Liège zu berichten haben, nämlich wenn wir in ein, zwei Wochen zurückkehren werden für unser Winterlager. Vorerst nur einige Bilder von den Denkmälern in der unmittelbaren Umgebung des Hafens.

We'll have more to say, and show, about Liège in the coming weeks and months because we'll be staying here for the winter! It ticks all our boxes and more: Good dog walking nearby, handy shopping, a locked, well-run harbor, and an attractive small city at our doorstep. We're excited! But for now, here are a few pictures of memorials near the harbor. More to come!
Hier noch einmal der heldenhafte Albert. Nicht nur konnte er sein Pferd ohne Sattel und Zaumzeug reiten; er war auch ein leidenschaftlicher Bergsteiger und wurde 'König der Berge' genannt. Dort fand er viel zu früh den Tod, nämlich als er bei einer einsamen Klettertour in den Ardennen abstürzte. Dies aber nur nebenbei ... Albert gilt den Belgierinnen und Belgiern bis heute als Nationalheld, weil er sich während dem 1 WK den Deutschen entgegensetzte, die eben mal schnell durch Belgien marschieren wollten, um ihre eigentlichen Feinde, die Franzosen, zu bekämpfen. Auch teilte die königliche Familie das Schicksal ihrer Landsleute: Albert führte seine Truppen höchstpersönlich an, seine Frau Elisabeth arbeitete als Krankenschwester, und der Kronprinz diente als Offizier an der Front. Nach dem Krieg steckte der König viel Geld aus seinem Privatvermögen in den Wiederaufbau seines zerstörten Landes und trieb die Demokratisierung und den sozialen Ausbau voran.

World War One changed everything in Europe, and nowhere more so than in Belgium. Germany simply wanted to "borrow" the country to enable free passage of its troops on their way to fight the real enemy, France. Well, the Belgians didn't agree and very soon after the occupation began, some appalling atrocities followed, setting a gruesome pattern for Europe's 20th century wars. King Albert was and remains Belgium's hero of the dark times in WW1. Around the harbor there are several severe, moving memorials to Albert and to the Belgians who died resisting occupation in 1914, and again, a few years later, in World War Two. 
Die Pfeiler der Albertbrücke über die Meuse sind mit fein gearbeiteten und bekrönten A's verziert.

The Albert Bridge crosses the Meuse next to the harbor, its walkways decorated with finely wrought A's.
An unserem Ende der Brücke steht dieses Kriegsdenkmal, mit dem der Gefallenen Lièger seit 1106 gedacht wird. Noch ein paar Jahrhunderte vorher soll hier übrigens kein Geringerer als Karl der Grosse geboren worden sein, das historische Gedächtnis reicht also weit zurück.

Another war memorial on our side of the river, honoring Belgium's sacrifices in wars from 1106 onward. It seems Liège might have been the birthplace of none other than Charlemagne, so memories are long here.
Denkmäler für den Ersten und den Zweiten Weltkrieg.

These plaques commemorate soldiers of World Wars One and Two, with fresh flowers daily, I think.
Zwei Monumente zum Andenken an die 17'000 Belgierinnen und Belgier, die zwischen 1940 und 1945 als Widerstandskämpfer im Kampf gegen die Nazis gefallen sind  in Französisch, Englisch, Niederländisch und Deutsch.

Two sculptures commemorating the 17,000 Belgians who died resisting Germany's second round of oppression, 1940-1945.
 There are some 40,000 students in Liège today and our first tours suggest it's a lively, forward-looking city, but the past will always be present here, too. We look forward to getting to know it. 

Donnerstag, 10. August 2017

Ieper

Ypern ist eine Stadt wie jede andere in diesem Teil der Welt, mit einem Marktplatz und einer Kathedrale, und mit einer Lakenhalle, denn im Mittelalter war Ypern als Handelsstadt für flandrisches Tuch gleichbedeutend mit Gent und Brügge.

Four Battles of Ypres in world war one. The medieval town was pulverized. Over a period of fifty years, much of the historical core was painstakingly rebuilt, a simulacrum of what once was Flanders' third city, after Gent and Bruges.
Ypern hatte das Pech, im Ersten Weltkrieg umkämpft und zerstört zu werden. Nach dem Krieg bauten die überlebenden Bewohner ihre Stadt wieder auf, teils originalgetreu, teils aber auch frei historisierend. Dieses mittelalterliche Haus ist von 1925, wie die Datierung zeigt. Der gesamte Wiederaufbau dauerte rund 50 Jahre.

Anno 1925.
In und um Ypern gibt es viele Soldatenfriedhöfe, Ehrenmale und Gedenkstätten.

Monuments and cemeteries dot the town and surroundings.
Die Namen der in den Flandernschlachten gefallenen britischen und Commonwealth-Soldaten, die ohne eigenes Grab geblieben sind (weil sie nicht identifiziert bzw. nicht gefunden werden konnten), wurden im Menemtor verewigt. Es steht an der Stelle eines alten Stadttors, durch das die alliierten Truppen zur Front marschierten.

Menin Gate, a massive monument on a road where hundreds of thousands of Allied soldiers passed when they departed for the Western Front, the mud and death.
Die Liste der Namen sind schwindelerregend.

Here, the walls bear the names of thousands of Commonwealth soldiers who died in these environs but whose bodies were never found.
Neira studiert das Denkmal für die in Flandern gefallenen indischen Soldaten.

Neira pauses at a monument to the soldiers of the Raj who fell here. 
Plan B im Hafen von Ypern. Morgen verlassen wir die Stadt, um hoffentlich nie mehr wieder zu kehren.

Plan B in the dead end harbor on the edge of the ersatz city where the old imperial order ate its young. Weather permitting, we'll move on tomorrow (and we won't look back).

Freitag, 4. August 2017

Hund von Bord
Dog overboard

Wegen stürmischem Wind liegen wir seit einigen Tagen in der Westhoek Marina an einem sehr privaten Liegeplatz. Er umfasst eine Trockenwiese, in die Neira umgezogen ist. An Bord sehen wir sie nur nachts, zum Essen oder wenn es regnet.

Our mooring in Nieuwpoort comes with a generous plot of overgrown land, just right for Neira to colonize. She has a carved out a sunny sleeping place and a shady one. Like a teenager, we see her at mealtimes and when she needs money. Otherwise, she's onshore, but always with a watchful eye towards Plan B.


Donnerstag, 6. Juli 2017

Oudenburg

Nieuwpoort  Oudenburg; 18 km, 2.7 engine hours.
Wir sind in Oudenburg gelandet, wo es eine beliebte Anlegestelle gibt. Platz für etwa acht Boote, mit Strom und Wasser, unentgeltlich.

Oudenburg is the last mooring before entering the bigger, busier canal system. Capacity for eight or ten boats, electricity and water, free. 
Zunächst müssen wir improvisieren, denn es ist nur noch ein kurzes Stück am Ende des Pontons frei. Die Leute auf dem Boot hinter uns sind nicht zu Hause, doch gäbe es genügend Platz, ihr Boot ein paar Meter nach hinten zu verschieben. Da man von einem fremden Boot die Finger zu lassen hat, müssen wir warten, bis sie wieder da sind. Wir liegen sicher und fest, und als die Nachbarn nach Hause kommen, rücken sie sofort die notwendigen Meter zurück.

When we arrived, we had to tie up creatively. There was nobody aboard the boat behind us and there was lots of room for it to move back. But you don't move somebody else's boat. No problem. We got enough of the stern near enough to the finger and tied up. And in due course the people from the other boat returned, moved back the necessary meters, and we're moored straight now, as in the top photo. 
Wir legen in Oudenburg einen Zwischentag ein für Kommissionen und Sight Seeing.

With the low water in West Flanders, there's not much boat traffic in either direction right now. We decided to spend a second night in Oudenburg and look around a bit.
Es stand in Oudenburg einst ein römisches Kastell, es sind sogar noch Mauerreste vorhanden. Besser erhalten ist der Hof einer ehemaligen Benediktinerabtei von 1671, worin sich ein Museum befindet.

As usual, old abbey repurposed as a cultural center. 
Fotoausstellung im Abteihof.

A photo exhibition in the  courtyard.
Abends kommt an unserem Ponton ein Herr vorbei, um seine Waren anzubieten. Wir erstehen unter anderem eine monströse Zucchetti sowie zwei Gläser Jostabeeren-Konfitüre. Wir hoffen sie sei so gut wie die, die Lisa immer macht!

We were minding our own business when a sweet but rough local appeared along side Plan B, parked his tender hip on the gunwale and, once we found a language mix we could all manage, told us what he had for sale. He took our order and returned a couple of hours later with the goods. He said he had a big zucchini and he wasn't kidding. So far we've had a dinner and a desert from this monster. And the josta berry jam looks great, too.


Freitag, 30. Juni 2017

An der Peripherie
Hanging tight through the solstice

Plan B liegt noch immer im Hafen Westhoek. Leider so weit vom Hafengebäude entfernt, dass von Wifi-Empfang keine Rede sein kann. Bei guter Sicht sehen wir in der Ferne Nieuwpoort, ansonsten ist die Umgebung ländlich. Zumindest gibt es einen weiteren grossen Hafen mit einem Restaurant in der Nähe.

One of those odd moorings, our present one, Westhoek, between - well - everything and nothing on the rim of Nieuwpoort, which is rather a void anyway. Why here? Boat life. Various bits of bidness needed tending to (waiting for post, another trim sensor replacement (after 50 hours!), plus the dessicated state of  the waterways in Flanders generally, made a longer-than-planned stay here necessary. 
Zum Einkaufen wandern wir in eine vergessene Ecke von Nieuwpoort. Dort gibt es eine der besten Bäckereien, die wir bisher ausserhalb der Schweiz gefunden haben. Sowie als einzigen weiteren Laden einen vernachlässigten Carrefour.

Our edge of dusty Nieuwpoort rim does include the very best bakery we've encounter ex-Helvetia. Other shops grim. And it also has a significant WW1 story.  
Die Wanderung ist interessant. Wir überqueren dabei mehrere Zehen des Gänsefusses, so heisst der Schleusenkomplex in alt-Nieuwpoort: Ganzepoot.

Up the way from our mooring there's a hub of locks and spillways, the Goose Foot, connecting to the North Sea(!).
1914 wurde eine der Zehen des Gänsefusses geöffnet, der Fluss Yser geflutet, und so der Durchmarsch der kaiserlich-deutschen Truppen gestoppt. Danach verlief der Yser entlang die berüchtigte Westfront, an der über ein paar Metern Erde Millionen von Soldaten verwundet oder getötet wurden.

One of the Goose Foot's locks, the Veurne, was held open in 1914 as the Belgians flooded the lands between the Yser and a railroad, some 18 km away. This blocked the advance of German troops and created a killing field, the Western Front, where millions of soldiers would fall. Ypers is just down the road. From 1914 to 1918 there were four Battles of Ypres. Nobody learned a thing. 
An der Mündung der Yser erinnert ein Denkmal für König Albert an dessen entschiedene Weigerung, die Deutschen ungehindert durch Belgien marschieren zu lassen, und statt dessen das belgische Territorium zu verteidigen. Es gibt zwischen Nieuwpoort und Namur eine ganze Reihe solcher Denkmale. Sie kennzeichnen den Verlauf der Front, an der die deutsche Invasion zum Stehen kam.

At the mouth of the canals, a vast King Albert monument. 
Unweit des Albert-Denkmals steht ein weiteres, dem Ersten Weltkrieg gewidmetes Monument.

Nearby, another large monument, also placed for max drama at the mouth of the Goose Foot. 


Zurück in die Gegenwart: Plan B kommt für ein paar Stunden an die frische Luft, um einen defekten Trimsensor zu ersetzen.

Trim sensor: a good example of why mechanics are called Elektromechaniker in German. It's half fine clockwork and half data processor.
Untersuchung des besagten Objekts.

Tricky to install for one person, it happend in a minute when the scond guy appeared. Covered by Volvo Penta. Inconvient but now, I think, it's fixed for good.
Inzwischen sind wir zurück an unserem Platz. Da es immer noch nicht regnet, ist der Wasserstand gleichbleibend tief. In ein paar Tagen machen wir uns auf in Richtung Brügge, um dort einen Frachtkahn zu erwischen, mit dem wir durch die kleine Brügger Schleuse schlüpfen können. Dann hoffen wir, auf dichter befahrere und besser bewässerte Kanäle zu gelangen.

So here we are for a few more days, when we will join the pilgrams to the east, in search of freely navigable waters.