Wie die Wasserratte schon 1908 zum Maulwurf sagte: "Glaub mir, mein junger Freund, es gibt nichts, absolut gar nichts auf der ganzen Welt, das auch nur halb so viel wert wäre, wie einfach mit Booten herumzubummeln … Ob du dich davonmachst oder ob du es bleiben lässt; ob du dein Ziel erreichst oder ob du ganz woanders ankommst oder niemals irgendwo, beschäftigt bist du immer und etwas Besonderes tust du nie."
Aus "Der Wind in den Weiden", von Kenneth Grahame.
As the Water Rat said to the Mole already in 1908, "Believe me, my young friend, there is nothing – absolutely nothing – half so much worth doing as simply messing about in boats …Whether you get away, or whether you don't; whether you arrive at your destination or whether you reach somewhere else, or whether you never get anywhere at all, you're always busy, and you never do anything in particular."
From "The Wind in the Willows," by Kenneth Grahame.
Montag, 23. Oktober 2017
Bisamratte an Bord
Muskrat onboard
"It leaves a total mess, but it likes to sunbathe on the swimplatform," writes Rolf about these photos. What can you do since it is so cute?
Samstag, 21. Oktober 2017
Seine Aval 3Schlecht geschleust
Locked down
Locked down
Stück für Stück kommen wir Rouen näher.
We're closing in on Rouen, step by step.
Unmittelbar nach Port Ilon passieren wir Méricourt, eine der wenigen Schleusen auf dieser Strecke. Nachdem wir in den vergangenen Wochen so viele Schleusen hinter uns gebracht haben, kommt es auf diese eine nicht drauf an. Denken wir, und achten nicht auf den Verfall, das Abfallen des Wasserspiegels nämlich. Nicht, dass es uns an Informationsmaterial mangeln würde. Wir haben elektronische und gedruckte Quellen, die zu diesem Thema genaustens Auskunft geben. Aber nachdem die bisherigen Schleusen alle einen Verfall von zwei bis drei Metern hatten, nehmen wir einfach an, dass es auch in Méricourt so sei.
Leider ist dem nicht so. Méricourt hat einen Verfall von mehr als fünf Metern.
One of the four remaining locks, Méricourt, on this stretch is right outside of Port Ilon. Yeah, yeah, another lock. Big deal. What could possibly go wrong? We are, after all, fairly experienced now, and we are armed with impeccable sources of information: PC-Navigo, which we use for route planning and for real time navigation, is serious stuff, used by commercial barges; the latest update of Navionics, which we run in parallel on an iPad, is full of useful route information; plus we have excellent paper maps for this entire route. Trouble came not from deficient information -- it was all there, in pixel and in print. The trouble came because we forgot to plug in our brains: we did not process what all our sources plainly state: Méricourt lock has a drop of 5.13 meters.
Aus dem Wald ragt ein Wehrturm aus dem 12. Jahrhundert. Er ist mittels einem Tunnel mit dem weiter unten liegenden Schloss verbunden und wurde als Gefängnis und im Fall der Not als letzte Zuflucht genutzt. Wie unsere Wasserkarten melden, sollte man dem einladenden Quai davor auf keinen Fall anlegen, weil das Wasser untief ist und der Wellengang vorbeifahrender Schiffe angelegte Boote auf sehr harten Grund aufschlagen lässt.
Just visible above the trees, a 12th century keep, a dungeon/retreat for the local bigs. This region of Normandy was conquered by the Vikings, the North men, in the 10th century and then ruled on and off by the English for three hundred years. We also note the recurrence of the Ducs d'Alba among place names here, so the Italians were evidently also in on the action. Very Game of Thrones!
Wenn man nach Vernon kommt, sieht man als erstes die mittelalterliche Kirche.
Approaching our destination, Vernon.
Anlegen kann man Vernon gegenüber im Port de Vernonnet, unmittelbar hinter den Resten einer mittelalterlichen Brücke. Darauf standen einst sechs Getreidemühlen, von denen eine übriggeblieben ist.
We tied up in Vernonnet, across the Seine from the center of town, next to the remants of a old bridge and a mill.
The Château de Tourelles stands guard.
Here, Neira and Aila, each using their primary senses, check out a dog trimming salon.
In den Hügeln über Vernon kann man schön spazieren. Allerdings ist gerade Jagdsaison, und am Wochenende wird von einem Gang in den Wald dringend abgeraten.
We took a walk above Vernon, along the chalky hills that line the Seine. We even saw a deer!
Die Mühle und der Wehrturm sind in der Nacht poppig beleuchtet und versetzen uns jeden Abend in Disco-Stimmung.
Local light show.
Wir werden die nächsten Tage in Vernon verbringen, weil starke Winde angesagt sind. Könnte schlimmer sein!
Yet another of our trusty digital tools, Windfinder Pro, warns of big winds the next couple of days, gusts over 60 km/h. We'll wait out the wind and we're glad to do it here.
Freitag, 20. Oktober 2017
Mittwoch, 18. Oktober 2017
Dienstag, 17. Oktober 2017
Seine Aval 2Indianersommer
Indian Summer
Indian Summer
Noch 150 km nach Rouen. Wir wollen Ende Oktober dort sein, haben also keine Eile.
150 km to Rouen. We want to get there at the end of the month so we're not in a big hurry.
Das Wetter ist unverändert sensationell.
The weather has continued to exceed expectations. Summer in mid-October.
Dank den sommerlichen Temparaturen ist auch Neira's Kühlkissen ist noch im Einsatz, diesmal als Kühldecke.
We revived Neira's cooling pad, it's been so warm.
Vorne eine unbeladene Freycinet-Péniche, dahinter eine mit halber Ladung. Wenn sie voll beladen sind, sind die Seitendecks unter Wasser!
1954 war die Zunkunft elektrisch! Damals wurde das Wärmekraftwerk von Porcheville in Betrieb genommen und mit Kohle betrieben. Heute wird der Strom mit Schweröl erzeugt, der per Schiff von Le Havre angefahren wird. Nicht gerade umweltfreundlich, obwohl das Kraftwerk nur benutzt wird, um den Strombedarf in Spitzenzeiten zu decken. In ein paar Jahren soll es stillgelegt werden.
Ah, the future was electric in 1954, when the huge Porcheville power station was built. Now, its dirty tech has put it on schedule for decommisioning in a few years.
Kurz nach Porcheville teilt eine langgestreckte Insel die Seine in zwei Arme. Anstatt links auf dem Hauptarm weiter zu fahren, biegen wir in den Seitenarm ab in der irrigen Meinung, dort unseren Zielhafen zu finden. Wie immer, haben Umwege auch ihre schönen Seiten. Zum Beispiel sehen wir das Hafenbecken Daniel-Dreyfous-Ducas aus nächster Nähe. Da liegen die grössten Lastkähne der Seine, darunter Küstenschiffe von bis zu 2000 Tonnen mit dem Schweröl für das Kraftwerk. Es werden pro Jahr um die 300'000 Tonnen Fracht umgesetzt.
The Seine is broad here, and often there are two channels -- the main one and a secondary lane -- separated by long, thin islands. We erred today, thinking our destination was the harbor at Limay, which led us to take a bit of a detour, which, as usual, had it's rewards.
Von unserem Seitenarm aus sichten wir die Türme von Notre Dame de Mantes-La-Jolie nur in der Ferne.
In the distance, a pair of church towers.
Dafür passieren wir die Überreste der alten Brücke von Limay, die 1940 von französischen Soldaten zerstört wurde, um den Vormarsch der deutschen Truppen zu erschweren. Die Brücke stammte aus dem 11. Jahrhundert! Ganz rechts steht noch das Häuschen des Brückenwächters, der den Schiffs- und Wegzoll kassierte.
The remains of an ancient bridge destroyed by French soldiers to slow down the Wehrmacht.
Die neue folgt Brücke gleich dahinter und ergibt ein gutes Foto.
Another bridge was right behind the first, and in we went.
Dann kommen wir zur Marines de Limay, dem Hafen, den wir fälschlicherweise zunächst für unser Ziel halten. Das Anlegemanöver ist kräfteraubend, denn es herrscht eine starke Strömung und es bläst ein kräftiger Wind. Es wird bald klar, dass die Marines nicht unser Zielhafen ist. Vielmehr handelt es sich wieder einmal um einen dieser zerfallenden Häfen, für den niemand zuständig ist.
Now, according to our guides, we had certain expectations for this harbor, like laundry facilities and a functioning network. We pulled in, with some difficulty due to wind and currents, only to discover our mistake. Limay is another orphaned harbor; our goal, a-ha, was Ilon, 10 km further down the road. Oh well, we didn't lose much time and we saw some interesting stuff.
The Seine has been broad, empty and beautiful thus far. We covered the distance in a couple of hours. Vroom, vrooom, indeed. We did include a max power run, just to keep the engine fit, y'know.
Gute zehn Kilometer später sind wir dann tatsächlich am Ziel, dem Port Ilon, weit weg von jeder Ortschaft, in einer ehemaligen Kiesgrube.
Port Ilon is in an old gravel excavation, well away from any town.
Was ich zunächst für einen betenden Indianer gehalten hatte, stellt sich bei näherem Hinsehen als sonnengebräunter Neptun heraus.
That's Neptune singing 'aleluia to Old Glory at the road entrance to the harbor.
Der Port Ilon hält, was er verspricht, nämlich unter anderem eine Waschmaschine und ein funktionierendes Wifi!
And that's Aila, relieved to finally be in the harbor we'd been aiming for.
Neira found the boat ramp and enjoyed a cooling dip. This harbor delivers what it advertized: peace and quiet, laundry, a weak but functioning network, and decent dog trails. We'll move on soon but Port Ilon been a good stop.







